*Tierschutz Hunde auf der Rennbahn?!*
Immer wieder heftigst diskutiert:
Ist das Training auf einer Rennbahn/das Coursing für Tierschutzhunde gut
oder schlecht?
Von den meisten deutschen TS-Orgas wird der Besuch einer Rennbahn/des
Coursinggeländes per Vertrag ausgeschlossen.
Zum größten Teil verstehe ich diese Vorgehensweise, denn es kommen doch
viele Hunde nach Deutschland für die das
sicherlich nicht das Richtige wäre. Sie haben teilweise Schreckliches
erlebt und sind weder körperlich noch seelisch
dazu in der Lage, gewollt und aus Freude die Leistung einer Jagd zu
erbringen.
Schwerwiegende, alte Verletzungen sowie seelische Probleme bereiten dem
Hund, zusätzlich zu der Umstellung, ein ganz anderes
Leben als im Herkunftsland führen zu müssen, Schwierigkeiten. Doch
andererseits gibt es auch viele junge und gesunde Hunde,
deren Besitzer gern mit ihren Hunden auf die Rennbahn/zum Coursing gehen
würden.
Daher ist genau zu prüfen, ob der Tierschutzhund wirklich dafür geeignet
ist, körperlich diese Leistung zu vollbringen. Hier ist jedoch
Aufklärungsarbeit von den Vereinsmitarbeitern nötig. Denn die
Hundebesitzer haben oftmals sehr wenig Kenntnis, auf was alles zu achten
ist.
Vorwiegend geht es doch um die Themen:
- welche Voraussetzungen muss mein Hund erfüllen, damit er auf der
Rennbahn/dem Coursing seine Trainingsrunden verletzungsfrei absolvieren
kann?
- wie bereite ich meinen Hund richtig darauf vor?
Ein generelles Verbot finde ich persönlich nicht RICHTIG, ABER; ich denke
auch nicht, dass JEDER (Wind)Hund auf die Bahn/zum Coursing sollte bzw.
muss.
Dennoch sollten die Besitzer die Wahl haben, wenn ihr Hund gesundheitlich
dazu in der Lage ist, ihm dieses Vergnügen zu ermöglichen. Die Besitzer
müssen aber erst einmal das Wissen vermittelt bekommen um die richtige
Entscheidung treffen zu können. Und leider sind auch schon Tierschutzhunde
auf Rennbahnen verletzt worden oder gar aus Unwissenheit ihrer Besitzer
gestorben. Was natürlich neues Öl in das Feuer der Diskussion brachte, die
Rennbahn/das Coursing generell vertraglich zu verbieten.
Seit nahezu 6 Jahren engagiere ich mich im Tierschutz und bin aber auch
gleichzeitig beim WRV Kurpfalz und mir sind einige Dinge aufgefallen wo
ich Handlungsbedarf seitens der Vereinsverantwortlichen sehe.
"Besitzer, die ihren TS-Hund gerade mal wenige Tage/Wochen haben, möchten
ihn rennen lassen." Dieser Hund hatte noch keine Zeit, sich einzuleben,
sich sicher zu fühlen. Der Hund hatte noch keinen/wenig Freilauf, weil er
zu neu ist und noch nicht abgeleint werden kann/darf. Der Hund hat
vielleicht
eine lange Tierheimzeit hinter sich mit wenig bis gar keinem Auslauf. Die
Folge: keine entsprechende Grundkondition für die Bahn/das Coursing.
Zeit benötigen auch die Besitzer, nämlich um herauszufinden, ob der Hund
evtl. Vorschäden hat, die in den ersten Wochen gar nicht erkannt werden
können.
"Menschen, die mit Hunden mit bereits erkennbaren Vorschäden kommen."
Besitzer, deren Hunde kaputte Zehen, durchgetretene Pfoten, dicke/krumme
Gelenke,
schlecht verheilte Knochenbrüche, Arthrosen etc. aufweisen, sollten
besondere Aufmerksamkeit und Aufklärung erfahren.Generell würde ich bei
erkennbaren
Vorschäden das Rennen auf der Bahn/das Coursing zum Wohle des Hundes
untersagen.
Schön wäre es, wenn sich die Renn/Coursing Vereine den Tierschutzhunde und
deren Besitzern annehmen würden, sie aufklären würden.
Nicht zu vergessen, dass es ein Leistungssport ist, aber dass es auch
etwas ist, was diesen Hunden Spass macht.
Jedoch nicht um jeden Preis und schon gar nicht auf Kosten der Gesundheit
des Hundes.
Im Mai hatten wir im Rennverein Kurpfalz e.V. einen Schnuppertag, extra
für TS-Hunde und ihre Besitzer, der rege besucht war. Der Tag, mit all
seiner Aufklärungsarbeit, kam bei den Besuchern sehr gut an und viele
Vorurteile konnten ausgeräumt werden.
Vielleicht besteht ja auch in anderen Vereinen der Bedarf solcher
Schnuppertage? Vielleicht lassen sich Brücken schlagen zwischen Tierschutz
und Rennbahn?
In diesem Sinne
Michaela Gernhälter